Heute hat der Wecker echt früh geklingelt, da wir schon um 7:00 abgeholt wurden. Ein kleiner drahtiger Franzose hat uns aufgesammelt -unterwegs noch Manon und Thomas aus Belgien abgeholt und dann ging es erstmal zu seiner Base. Was ein cooler Typ der Guy. Er ist vor über 30 Jahren in Frankreich losgetrampt, hat den Iran während der Revolution durchquert und ist dann irgendwann in Pai gelandet. Damals gab es 2 Guesthouses, 2 Telefonnummern und die Tankstelle war ne Handpumpe. Von dort isser dann 6 Tage durch den Dschungel (alleine) und hat die wunderbaren Flüsse in dieser phantastischen Natur entdeckt. Das hat ihn auf die geniale Idee gebracht irgendwas mit Rafting aufzuziehen, was zu Beginn alles andere als einfach war. Dank der Deutschen Technik hat er dann aber doch einen Anbieter aus Wuppertal gefunden, der entsprechende Boote bauen konnte. Gesagt getan und seit fast 30 Jahren bietet er die Touren an. Seine Base war prima - Frühstück mit selbstgemachtem Brot etc.
Unsere beiden belgischen Begleiter waren auch sehr nett und nach etlichen interessanten Geschichten von Guy ging es dann knapp ne Stunde immer weiter in die Wildnis. Das ganze Gebiet steht unter Schutz und wird streng bewacht - Checkpoints etc. kommen allenthalben vor, was wir richtig gut fanden. Die Königin von Thailand will dass diese Natur hier oben erhalten bleibt und so sichert das Militär alles ab.
Schnell waren die Grundlagen des Raftings erklärt und die drei Französinnen, die wir unterwegs eingesammelt hatten, hatten ein eigenes Boot mit Guide. Wir wussten ja, dass um diese Jahreszeit keine super Stromschnellen zu erwarten waren, aber bereits nach den ersten Metern waren wir von der Szenerie total beeindruckt. Klar haben sie uns erstmal durch die Wasserfälle gejagt, damit wir schön nass wurden und die Guides was zu lachen hatten. Ach ja, die Gibbons aufm Weg zur Anlegestelle habe ich noch ganz vergessen zu erwähnen- unglaublich wie die angeschwungen kamen um ein paar Bananen zu ergattern- echt beeindruckend die Viecher. Die leben da wild und die Bananen waren eher gedacht sie von uns fern zu halten, denn die sind wohl mit Vorsicht zu genießen, insbesondere wenn man lange Haare hat.
Aufm Wasser haben wir schnell den Dreh als Team raus gehabt und konnten die Natur während des Paddelns gut genießen. Schildkröten, Vögel, Wasserbüffel und sogar zwei Kühe haben wir gesehen. Die Kühe genau wie letztes Jahr bei den Kareen mit Glocken um den Hals - das wirkt schon eher ungewöhnlich mitten im Dschungel, doch da die frei rumstreifen ist das verständlich, sonst würde man die ja nie mehr finden.
Nach ein paar ganz lustigen kleinen Stromschnellen haben wir nach 15 km Lunchpause gemacht. Danach ging es dann nochmal 20 km weiter. Unterwegs sind wir zwar an sehr kleinen, aber brutal heißen Quellen vorbeigekommen, was echt faszinierend war, da man sich daran verbrüht hat, wenn man direkt rein ist. Zwischendurch gab es dann aber trotz niedrigem Wasser ein paar lustige Stromschnellen - in der Highseason muss das echt der Hammer sein hier -der Guide hat uns davon ein paar Aufnahmen gezeigt, alter Latz.
Nach 35 km, für die wir 6,5 Stunden gebraucht haben, sind wir dann ziemlich fertig am Ziel angekommen. Eigentlich war eine Dusche aufm Programm, doch im fast Dunkeln kalt abduschen ist nix für so Weicheier wie uns. Dort noch kurz auf ein Bier verweilt bevor es dann 2 Stunden mit dem Auto zurück nach Pai ging. Unser Guide Boh, der wirklich klasse war hat vor der Fahrt ein großes Chang getrunken, im Auto dann zwei kleine, dann kurze Pause, wo er sich wieder ne große Dose Chang geholt hat. Er wurde immer redseliger und hat uns alle möglichen interessanten Geschichten erzählt - u.a. von seiner sterbenden Mutter, die er geistig begleitet hat und von seinem Vater, der nach dem Verlust eines Kindes drei Tage nach Chiang Mai durch den Dschungel gelaufen ist, um sich dort in den Grundlagen der Medizin ausbilden zu lassen. Nun ist er über 90 und immer noch fit.
Zurück in Pai noch kurz ne Kleinigkeit auf dem Markt gegessen, Zurück zum Bungi und recht früh in die Falle - der Tag war mehr als anstrengend.